29.12.2015 - Von Fischbrötchen - Gastbeitrag von Malte, Versengold

Veröffentlicht am 29.12.2015

Pier 2, Bremen. Nun ist es wohl an mir einen kleinen Gastbeitrag für dieses Tourtagebuch zu verfassen. Es soll mir recht sein, denn schließlich viel mir die Gunst zu über den Tourtag in meiner geliebten Heimat- und Geburtsstadt Bremen zu schreiben. Nun denn …

Der Tourtag begann wie üblich mit dem leicht verkaterten Erwachen in einer viel zu kleinen Koje im Nightliner, aus der ich mich –als ausgewachsener norddeutscher Jung - nur schwerlich erheben kann, ohne eine weitere Beule davon zu tragen. „Erheben“ ist ohnehin das falsche Wort, eher schiebe ich mich in einem Kraftakt fern jeder katzenhafter Gewandtheit aus meiner Schlafstätte und überlasse den Rest dann der Schwerkraft. Diese Art aufzustehen hat sich in den vergangenen 8 Tourtagen zwar nicht als die bequemste erwiesen… dafür ist man danach wach und hat sogar das seltsame Gefühl etwas Sport gemacht zu haben.

Als ich mich so also mit den üblichen Kopf- und Gliederschmerzen aus dem sprichwörtlichen Dunstkreis meiner Kollegen an die frische Luft begab, wurde ich von meiner Heimatstadt sogleich mit einer belebenden, steifen Brise empfangen, die mir sofort jegliche Verstimmung wegblies. Wir waren an der Weser, direkt am Pier 2.

Sofort reifte in mir ein urtümliches Verlangen nach einem Fischbrötchen (was ich bei leichtem Kater jedem ans Herz legen kann) und ich spazierte in die Location, um dem Catering Bereich meine allmorgendliche Aufwartung zu machen. Bis zum ersten Kaffee kann man mir allerdings auch eine allmorgendliche Verpeiltheit zu schreiben und so brauchte ich eine Weile, bis ich an der vermeintlichen Fischbrötchenquelle eintraf. Auf meinem Irrweg kam ich übrigens an der gerade entstehenden Bühne vorbei und möchte an dieser Stelle einmal anmerken, dass ich als Musiker einer Band mit eher bescheidener Größe immer wieder beeindruckt von der Produktion bin, die hinter der ganzen Veranstaltung steht. Die ganze Crew, die schon früh morgens mit der Arbeit beginnt und irgendwie bis spät in die Nacht nicht mit der Arbeit aufhört und dabei trotzdem stets noch eine helfende Hand bereit hat verdient wirklich Respekt. Vielen Dank an euch alle, und besonders an jene, die uns mit VERSENGOLD hier auf der Tour immer wieder unterstützten.

Aber nun wieder zurück zu meinem Fischbrötchen. Es dauerte eine Tasse Kaffee, bis ich realisiert hatte, dass im Catering kein erhoffter Teller mit jener Bremer Spezialität stand und eine weitere Tasse Kaffee, bis ich mein trauriges Schicksal akzeptierte.

Doch was soll’s dachte ich, der Tag ist ja noch lang und vielleicht meinen es die Götter der maritim belegten Teigwaren ja noch gut mit mir. Also schlug ich mir die Zeit um die Ohren, spazierte an der Weser, sang lauthals Werder Bremen Lieder und trank das ein oder andere Becks (übrigens eine Bremer Spezialität die komischerweise nie in einem Catering fehlt )… Tat also das, was man als Hansestädter so den lieben langen Tag tut.

Um kurz vor 7 war es dann endlich so weit. Eric eröffnete mit einer Ansprache die Eisheiligen Nächte, woraufhin wir endlich einmal wieder in unserer Heimat auf die Bühne gingen und mit großartigem Publikum feiern durften. Wie zu erwarten riss die Party den ganzen Abend nicht ab und die Bremer stellten mal wieder unter Beweis, dass jegliche Vorurteile über das eher mürrische norddeutsche Gemüt, nur von jenen erfunden wurden, die neidisch darauf sind, dass hier die schöneren und bescheideneren Menschen geboren werden. ;)

Nachdem alle Konzerte beendet waren, kam es zu einer weiteren ausschweifenden Backstageparty und irgendwann in der Nacht quetschte ich mich glücklich, aber auch Kraft - und leider immer noch Fischbrötchenlos wieder in meine Koje. Bremen … es war wunderbar!

Am Ende bleibt mir nur noch, einmal danke an all die Kollegen zu sagen, von denen ich einige sehr lieb gewonnen habe. Wir konnten eine Tour mit großartigen Musikern und fantastischem Publikum fahren und das wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Danke an die LETZE INSTANZ, an FIDDLERS GREEN und natürlich an SUBWAY TO SALLY … es war ein riesen Spaß mit euch und ich habe viel gelernt … zum Beispiel das man für das Catering immer einen Hering für den Notfall in der Tasche haben sollte … meine Bandkollegen werden es mir danken.

Euer Snorre

SUPPORTER