27.12.2015 - Heute bin ich dran - Gastbeitrag von Holly Loose, Letzte Instanz

Veröffentlicht am 27.12.2015

Posthalle, Würzburg. Heute bin ich dran. Tagelang habe ich es vor mir hergeschoben. Doch heute ist der Tage der Tage. Ich muss schreiben.

Ich schreibe sonst sehr gern, kurze Liedtexte, Novellen, Romane, Kindergeschichten. Ich habe sogar einmal Tagebuch geschrieben, doch das ist schon sehr lange her. „Zeit wird’s mal wieder!“, sagt Eric und verdonnert mich zum Niederschreiben meiner Erlebnisse im heutigen Tag, dem 27. Dezember 2015.

Na gut!

Wir sind im (für mich als Berliner) beschaulichen Würzburg. Ich bin mit meinen Kollegen und Freunden von LETZTE INSTANZ gerade von der Bühne der Posthalle runter. Es ist jetzt kurz nach halb zehn abends. 
Der Tag ist zwar noch nicht vorbei, aber man kann schon mal ein Resümee wagen.

Während meine Jungs sich umziehen und bereit machen, die anderen Kollegen von SUBWAY TO SALLY und FIDDLER’S GREEN zu sehen und dabei ein Kaltgetränk mit Fans der gesamten Reisegruppe zu trinken, sitze ich hier verschwitzt und schreibe.

Von draußen dröhnt gedämpft die gute Laune der Folkrocker von FIDDLER’S GREEN zu mir herüber. Der Umbau ging ja ziemlich flott vonstatten.

Überhaupt verging der Tag heute recht schnell. Sonst sitzt man immer und wartet. Das tut man als Musiker im Übrigen fast immer. Entweder man macht Musik, spricht mit Fans oder wartet. Mal aufs Essen, mal auf den Soundcheck, mal auf den Auftritt, manchmal auch auf den Bus. Ich glaube sogar, fast 60 % eines Musikerlebens bestehen aus Warten. 
Sei`s drum! Es hat ja auch etwas Gutes. Zum Beispiel kann man sich Gedanken machen zu einem Tagebuch.

Ich wollte heute eigentlich schwimmen gehen, um mir ein wenig die Zeit bis zum Soundcheck zu vertreiben, doch die vom Micha, unserem Bassisten, empfohlene Schwimmhalle war leider geschlossen. Micha kommt aus Würzburg, lehrt und lernt auch hier. Als ich ihn frage, ob er Würzburg als große Stadt empfindet, sagt er: „Für mich ist Würzburg wie ein Dorf – ich kenn hier jede Ecke!“

Recht hat er. Auch wenn er es wahrscheinlich anders meint. Ich war schon ein paar Mal hier. Hab mir immer die Zeit zwischen Ankunft im Club und dem Soundcheck vertrieben. Mit Schwimmen und spazieren. Ich habe nie besonders viel von dieser Stadt gesehen, doch ich habe trotzdem ebenfalls das Gefühl, hier jede Ecke zu kennen. Gemütlich ist es hier. Nicht so hektisch, wie in Berlin. Man kommt ein bisschen zur Ruhe, kann entspannen und dann total relaxt auf die Bühne gehen.

Auch Andy, unser Drummer, kommt quasi von hier, denn er hat hier studiert. So kann man schon fast sagen, dass, obwohl die Band eigentlich aus Dresden kommt, es heute ein Heimspiel für uns war. Ein schönes, relaxtes Heimspiel mit guten Freunden, netten Kollegen und insgesamt einer tollen Travelparty.

Es ist jetzt kurz vor zehn! Ich muss raus aus dem Backstagebereich!

Das mit dem Tagebuch übe ich noch mal, vielleicht schreibe ich sogar noch eine Seite für Eric. Mal sehen. Jetzt muss ich jedenfalls erst mal raus!

Raus zu FIDDLER’S GREEN, zu SUBWAY TO SALLY und zu den vielen Leuten, die mit uns zusammen die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr verbringen.

Cheers Mates und auf bald!

Holly Loose

SUPPORTER